5. Freiburger Skoliose Talk – Interdisziplinärer Austausch auf hohem fachlichen Niveau

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Der Freiburger Skoliose Talk hat sich in den vergangenen Jahren zu einer etablierten Fortbildungsveranstaltung mit überregionaler Reichweite entwickelt. Mehr als 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus ganz Südwestdeutschland – darunter Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten, Orthopädinnen und Orthopäden, Orthopädietechnikerinnen und Orthopädietechniker sowie Betroffene – kamen zusammen, um sich über aktuelle Entwicklungen in der Therapie der adoleszenten idiopathischen Skoliose auszutauschen.


Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand der fachübergreifende Dialog zwischen Medizin, Therapie und Orthopädietechnik. Ziel des Formats ist es, aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse mit praktischen Erfahrungen aus der Patientenversorgung zu verbinden und so neue Impulse für eine moderne Skoliosebehandlung zu setzen.

Den Auftakt der Fachvorträge gestalteten Dr. Ferdinand Kloos und Dr. David Fürst-Meroth (Orthopädie Freiburg Mitte) mit ihrem Beitrag „Die ambulante Betreuung von Heranwachsenden mit idiopathischer Skoliose“. Im Fokus standen die Bedeutung einer frühzeitigen Diagnosestellung, die strukturierte ambulante Betreuung sowie die enge Zusammenarbeit verschiedener medizinischer Fachdisziplinen. Zudem wurden zentrale Aspekte der S2k-Leitlinie zur Skoliose beleuchtet und deren praktische Umsetzung im Rahmen der ambulanten Patientenversorgung dargestellt.

Im Anschluss referierte Katja Schumann (Skoliofit Paderborn) über „Schroth-Therapie weitergedacht – Das Skoliofit PST-Konzept für echte Fortschritte“. Sie erläuterte, wie das weiterentwickelte Therapiekonzept auf den bewährten Grundlagen der Schroth-Therapie aufbaut und diese um moderne trainingswissenschaftliche Ansätze ergänzt. Ziel ist es, Patientinnen und Patienten langfristig zu stabilisieren und ihre Haltung nachhaltig zu verbessern. Ein zentrales Element des Konzepts ist eine Skoliose‑spezifische Therapie, die gezieltes Krafttraining und eine klar strukturierte Progression der Übungsausführung umfasst.

Orthopädietechnik-Meister Jan Jurkoweit stellte in seinem Vortrag „Das CLP-Korsett – aktueller Stand der Skoliose-Korsetttherapie“ aktuelle Entwicklungen in der orthopädietechnischen Versorgung vor. Durch die konsequente Weiterentwicklung des Chêneau-Korsetts sowie den Einsatz digitaler Fertigungsprozesse konnten Versorgungsstrategien weiter optimiert werden. Ein verbessertes Design und eine präzise digitale Modellierung tragen maßgeblich zu einer hohen Versorgungsqualität bei. Anhand zahlreicher Praxisbeispiele wurde die Wirksamkeit moderner Rumpforthesen eindrucksvoll veranschaulicht. Das Know-how aus mehr als 25 Jahren Erfahrung in der Versorgung von Skoliosepatientinnen und -patienten fließt dabei in jedes einzelne Korsett ein.

Den Abschluss der Vortragsreihe bildete Dr. Lukas Klein (Lorettokrankenhaus Freiburg) mit seinem Beitrag „Skoliose-Therapie im Erwachsenenalter – aktuelle Therapieansätze“. Er stellte sowohl konservative als auch operative Behandlungsoptionen für erwachsene Patientinnen und Patienten vor und erläuterte deren Bedeutung für die langfristige Lebensqualität. Eine zentrale Rolle spielt hierbei insbesondere die Wiederherstellung einer physiologischen sagittalen Balance der Wirbelsäule. Gleichzeitig wurde deutlich, dass operative Versorgungen bei Skoliosepatientinnen und -patienten eine hochindividuelle und präzise Planung erfordern und derzeit noch nicht in allen Fällen durch eindeutige wissenschaftliche Leitlinien definiert sind.

Neben den Fachvorträgen bot der Freiburger Skoliose Talk auch eine wichtige Plattform für persönlichen Austausch und interdisziplinäre Vernetzung. Die Teilnehmenden nutzten die Gelegenheit intensiv, um Erfahrungen aus der klinischen und therapeutischen Praxis zu diskutieren, Kontakte zu vertiefen und neue Kooperationen anzustoßen.

Als Kompetenzzentrum für Skoliose-Therapie in der Region Baden engagiert sich Storch und Beller seit vielen Jahren in der Fort- und Weiterbildung auf diesem Gebiet. Eine spezialisierte Fachabteilung sowie eine eigene Korsettlinie unterstreichen den hohen Anspruch an eine qualitätsorientierte und patientenzentrierte Versorgung.

Der 5. Freiburger Skoliose Talk bestätigte erneut seine Bedeutung als zentrale Plattform für Wissenstransfer, fachübergreifenden Austausch und Weiterbildung im Bereich der modernen Skoliose-Therapie.

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